Dienstag, 1. Juli 2014

♥. Rezension .♥ || "Nashville oder das Wolfspiel" von Antonia Michaelis

                       Allgemeine Informationen zum Buch                              
 




Titel: Nashville oder Das Wolfsspiel
Autor: Antonia Michaelis

Übersetzer: ----------
Herausgeber: Oetinger - Verlag
Erscheinungsdatum: 30.07.2013
Originaltitel: ----------

Format: gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 480 Seiten
Genre: Jugendbuch || Jugendthriller
Empfohlen: 14 - 17 Jahre
ISBN:
978-3789142758
Preis: 17,95€
Hier erhältlich: Amazon || Thalia || Verlag







                             Inhaltsangabe || Klappentext                                       


Die achtzehnjährige Svenja findet in einer Abseite ihrer neuen Tübinger Studentenwohnung einen verwahrlosten, stummen 11-jährigen Jungen und nimmt ihn bei sich auf. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville. Als eine Serie von Morden an Obdachlosen die Stadt in Aufruhr versetzt, wird Svenja unruhig. Hat Nashville, der immer wieder heimlich verschwindet, etwas damit zu tun? Bald schon merkt sie, dass nicht nur Nashvilles, sondern auch ihr Leben bedroht ist.

                        Inhalt in meinen eigenen Worten                                    

Als Svenja ihre neuen 4 Wände bezieht und damit beginnt, die Küchenschränke zu inspizieren, entdeckt sie prompt einen kleinen Jungen darin. Herz kämpft gegen Verstand, und sie beschließt, ihn vorerst bei sich zu lassen. Binnen weniger Tagen entsteht eine stumme Freundschaft zwischen dem Elfjährigen der 18jährigen Studentin; denn Nashville, wie sie ihm nennt, redet nicht. Doch je länger das Kind bei Svenja ist, desto ominöser werden die Geschehnisse in Tübingen und prompt schleicht sich bei Svenja der Verdacht ein, dass Nashville vielleicht etwas damit zu tun hat. Doch was hat der Junge, was weiß er, was er nicht sagen will?

                                   Ausführliche Rezension                                            

Cover und Aufmachung:
Da ich dieses Buch nur als eBook besitze, musste ich mir das Cover im Netz anschauen. Ich muss gestehen: es haut mich nicht gänzlich um, aber es macht immerhin neugierig. Die Farbe passt inhaltlich nahezu perfekt, und auch das abgedruckte Messer hätte kaum besser gewählt werden können. Ansonsten kann ich das Laub nicht hundert Prozent nachvollziehen, höchstens man dachte dabei an die Obdachlosen - dann wäre es einleuchtend. Kurz gesagt: für mich kein Highlight, und doch sieht es nicht schlecht aus. Leider kann ich über die Beschaffenheit nichts sagen, aufgrundessen dass ich das Buch noch nie live gesehen habe.

Schreibstil und Perspektive:
Antonia Michaelis ist durch "Der Märchenerzähler" bekannt geworden, und ich habe dieses Buch binnen weniger Stunden verschlungen. Doch bei "Nashville..." ging es mir nicht so. Ich empfand den Stil und die Sprache als zu sinnbildlich, zu metaphorisch. Ich kann mir gut vorstellen, dass vor allem jüngere Leser Probleme mit den teilweise so willkürlich gewählten Beschreibungen haben könnten. Ich habe einige Beispiele notiert, doch möchte ich euch nur eines davon zeigen, weil es sonst den Rahmen sprengen würde. Zitat S. 95 "In diesem Moment brach die Schönwetterfront über Tübingen auf und ließ die Wassermassen der letzten drei Wochen über die alten Dächer strömen, wie eine am Telefon erfundene Sintflut". Ich frage mich, was dieser Satz sollte?! An so manch einer Stelle bin ich einfach daran hängen geblieben, hab mich etliche Male gefragt, wieso und warum die Autorin so schreibt; aber ich kam nie auf eine plausible Antwort. Dennoch gab es auch sehr viele, schöne Zitate, die ich wohl so schnell nicht mehr wieder vergessen werde wie zum Beispiel: Zitat S. 82 "Es roch penetrant nach mordigem Waldboden, süßlich und betäubend; ein Geruch von verwesenden Blättern, von Pilzen und Regenwasser, von Zersetzung und neuem Wachstum. Der Geruch vom Kreislauf des Lebens". Wenn ich so etwas lese, kann ich nur immer wieder zufrieden seufzen, denn sowas ist wie Balsam für ein Leserherz. Außerdem empfand ich als mehr als respekteinflössend, wie tiefgründig Frau Michaelis an der ein oder anderen Stelle geworden ist. Sie bezeichnet die Obdachlosen als 'Leute zwischen den Zeilen', denn sie sind da, man sieht sie nur nicht. Gerade bei "Nashville oder das Wolfsspiel" gibt es jede Menge Botschaften zwischen den Zeilen und jedes Mal wenn ich daran denke, muss ich über diese Hingabe lächeln. Ansonsten hat sich das Buch relativ schnell lesen lassen, es war größtenteils verständlich und es gab kaum eine Wortwiederholung, sodass man als Leser ein immer klareres Bild der verschiedenen Szenen vor sich hatte und einfach in die Geschichte eintauchen, ohne größere Umschweife mit Svenja mitfiebern konnte.

Protagonisten und weitere Figuren:
Svenja, die Hauptperson der Geschichte, war mir anfangs noch wenig sympathisch. Allein dadurch, dass ich ihre Handlungen und ihre Entscheidungen in keinsterweise nachvollziehen konnte, hatte sie bei mir keinen allzu guten Stand. Auch ihr Auftreten gefiel mir nicht immer, und außerdem war die Medizin-Studentin zu wirklich jeder Zeit unmotiviert und müde, was mich größtenteils ebenfalls ziemlich müde gemacht hat. Es dauerte dann aber nicht lange, und man lernte sie ein wenig besser kennen und ich konnte so manch negativen Punkt vom ersten Eindruck dann doch noch streichen und durch einen Positiven ersetzen. Svenja besaß viel Herzensgüte, Verantwortungsgefühl und Mut, wenngleich sie das auch manchmal auf die falsche Art und Weise bewiesen hat. Ansonsten wurden mit der Zeit auch ihre Handlungen deutlich einleuchtender, wenngleich ich sie allgemein als ein wenig zu kindlich rüber kam.
Nashville gefiel mir allerdings von Anfang an super! Er wirkte mysteriös, sehr reif für sein Alter und ich konnte ihn direkt von der ersten Seite an ins Herz schließen. Allein seine Geheimnis-Krämerei sorgte dafür, dass mein Herz jedes Mal einen winzigen Sprung machte, sobald er wieder erwähnt wurde.
Die restlichen Charaktere wie Friedel, Kathleen, Gunnar, etc., waren reichlich ausgearbeitet und dargestellt worden, vor allem Thierry und Kater Karlo waren meine beiden persönlichen Lieblinge. Allesamt authentisch und gut durchdacht, sodass es keinerlei Unstimmigkeiten gab. Ebenso möchte ich erwähnen, dass ich es als sehr positiv empfand, dass die Namen und Figuren derart unterschiedlich waren, dass man sie gut auseinander halten und seinen persönlichen Favorit nicht lange suchen musste.


Handlung, Idee, Umsetzung:
Die Handlung sowie die Idee empfand ich als sehr erfrischend und neu, spannend und gleichzeitig auch jugendgerecht. Die Autorin hat in diesem Buch wieder einmal bewiesen, welch Ideenreichtum sie besitzt und wie gut sie ihre Einfälle umsetzen kann. Svenja zieht von zu Hause aus, in eine kleine, schäbige Wohnung und will endlich ihr eigenes Leben bestreiten; will leben und sich voll und ganz ihrem Studium und dem Studenten-Dasein widmen. Doch prompt findet sie einen kleinen Jungen und nimmt sich ihm an. Alles gerät außer Kontrolle und ihr Leben steht plötzlich Kopf. Sie hatte geplant, sich ihrem Leben zu widmen, muss dann aber die Verantwortung für einen 11-jährigen Jungen übernehmen und ist bald schon völlig überfordert mit allem. Die weiteren Geschehnisse und Elemente, die Frau Michaelis im weiteren Verlauf der Geschichte verbaut, möchte ich nicht erwähnen, doch ich kann verraten, dass etliches völlig neu und einfallsreich ist! Die Spannung des ganzes Buches verläuft konstant, ist durch sehr ausführliche Beschreibungen permanent vorhanden, wenngleich hin und wieder kleine Ruhepausen eingelegt werden, wohl um zu verschnaufen. Leider muss ich zugeben, dass mich der Schluss des Buches mehr als enttäuscht hat - da sind der Autorin wohl die Ideen ausgegangen. Denn während man über 450 Seiten lang dem Moment entgegenfiebert, wenn man endlich erfährt, was die Wahrheit ist, passierte mir letztlich deutlich zu wenig. Einfallslos und langweilig, und zu allem übel auch noch sehr unpassend, wie ich finde. Ich bin mir nicht sicher, ob es einfach daran lag, dass es ein Jugendthriller war und ich daher etlich anderes gewohnt bin, doch "Nashville.." war nicht mein erstes Buch dieser Art und ich hätte mir einfach viel mehr gewünscht, und eingehendere Antworten auf all meine Fragen!


                   Zusammenfassung, Fazit & Bewertung                               

Im Groben und Ganzen überzeugte mich das Buch nicht vollkommen, denn die negativen Aspekte schienen gegenüber den Positiven deutlich in der Überzahl, sodass ich das Buch nur bedingt weiterempfehlen kann. Wer sich allerdings gern von einem recht märchenhaften, mtaphorischen Schreibstil berieseln lassen will, ohne größere Ansprüche, der dürfte mit Antonia Michaelis' "Nashville oder Das Wolfsspiel" gut bedient sein.

Ich vergebe gut gemeinte 3 Bäumchen.


                              Zusätzliche Information an die Leser                       

Ich möchte noch anmerken, dass diese Rezension auf meiner persönlichen Meinung beruht. Ich verstehe, dass es sicherlich viele/einige andere Meinungen dazu gibt. Ich hoffe dennoch, euch diese Rezension gefallen hat und falls, ihr noch am Zweifeln ward, auch geholfen haben könnte. Falls ihr Fragen habt zu dem Buch, lasst sie einfach in den Kommentaren da; gern würde ich auch erfahren, wie ihr das Buch fandet, falls ihr es schon gelesen habt. Links zu Rezensionen sind immer gern gesehen! Bis dahin alles Liebe, eure Merely ♥

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